Samstag, 13. Dezember 2014

Eames-Sanierung

Hej liebe Leser (ich könnte auch LeserX sagen oder LeserInnen, ich bekomme diese Gender diskussion in meinem Studium ja immer hautnah mit)

Wer mir auf Instagram folgt, der weiß, dass ich mir zu meinem Geburtstag quasi ein eigenes Geschenk gemacht habe, neben den tausend anderen *hust*, einen neuen alten Eameschair! Nachdem mein alter nachgemachter ja verscheuert wurde, musste das Original auch nochmal irgendwann her (abgesehen von der Loungevariante, die hier ja auch seit längerer Zeit steht). Quell dieser wunderbaren Stühle ist wie immer Ebay. Eines Abends konnte ich nicht mehr widerstehen, da wurde der "Kaufen"-Button gedrückt. Am Ende dachte ich dann, aah, warum tat ich das, ist die Schale alleine wirklich eine gute Investition? Nach einer Whatsapp Konversation mit meinem lokalem Designfreund bereute ich dann nichts mehr.


Nun zum Stuhl. Die Schale stammt aus einer Aula, also einer Großraumbestuhlung, irgendwo im Münsterland. Glücklicherweise habe ich ein Semesterticket, was bis nach Münster reicht, deswegen hab ich mir die Kosten und die Transportgefahren erspart. Ich finde es immer komisch, Dinge bei Fremden abzuholen, wer ist das, der da verkauft?! Auch bei Kleinanzeigenverkäufen bin ich so aufgeregt, hier war es wieder mal alles umsonst, ein Familienvater hat diese wunderbaren Schalen gerettet (Könnt ihr euch vorstellen, die sollten auf den Müll!) Nachdem mir die kleine Tochter noch deren fertigen Stuhl präsentierte, habe ich stolz mit der Schale die Rückreise angetreten. Das Gestelle wurde ebenfalls über Ebay bestellt, ist drehbar und scheinbar ebenfalls von Herman Miller. Allerdings fehlen hier Hinweise (Aufkleber, das H an den Füßen ... wenigstens hat die Schale noch originale Schockmounts mit dem Herman Miller H).

Die Restauration zog sich etwas hin. Das Gewinde in den Schockmounts musste vom amerikanischen zum europäischen umgebohrt werden und ich brauchte Schrauben. Letztes Wochenende hab ich dann meinen Bekannten besucht, der die für mich erledigte, kurzerhand haben wir dann aber auch die Polsterung abgenommen und festgestellt, dass ich gar nicht wie befürchtet Schleifen muss. Also gings mit Plastikkratzer und Topfschwamm den Schaumstoff- und Klebstoffresten an den Kragen. 1 1/2 Stunden später war es dann soweit, die Schale war fertig.





Es musste dann nur noch die Schale auf das Gestellt montiert werden, und dann konnte ich schon die erste Sitzprobe machen. Einzig eine Politur wartet noch auf den Stuhl, dann ist er wirklich perfekt. Das Loch ist übrigens bei vielen Schalen mit Vollpolster zu finden, fällt aber meiner Meinung nach nicht ins Gewicht, kommt eh ein Kissen drauf. Er darf jetzt am Schreibtisch stehen und macht sich dort sehr gut!




Passenderweise fand ich Anfang der letzten Woche bei TK Maxx noch Becher vom Eames Office, da konnte ich nicht Nein sagen. ;) 


Ich genieße heute endlich mal wieder freie Zeit und wünsche ein schönes Wochenende!

P.S.: Jegliches Sponsoring ist ausgeschlossen, auch wenn ich hier Läden oder Internetplattformen nenne, aber das ständige Umschreiben nervt mich :D

Donnerstag, 27. November 2014

Urban Jungle Blogger November Issue

Hallöchen da draußen!


So, also das Thema für diesen Monat lautet "cosy&green bedroom", also Pflanzen um mein Bett herum. Wiedermal ein einfaches Thema, da ich ohne groß räumen zu müssen fotografieren konnte. Ab und zu nennt man mich auch den Pflanzenmessie, zumindest komme ich mir so vor. Hauptsache ich werde nicht so wie die Catlady bei den Simpson (nur eben mit Pflanzen anstatt Katzen ).


The topic for this month calls "cosy&green bedroom", so i had to take photos of my bedroom. Which i don't own, because i have a super-cool-crazy-one-multifunctional-all-in-one-room, so i show you my sleeping corner. The only disadvantage: You have to tidied up your bed all day otherwise it could be embarrassing if someone come to visit you spontaneously (in that case i'm not spontaneous, i hate my own chaos so nobody should see it). However, it wasn't so difficult for me to take photos, because i did't have to style that place, you know, plants are everywhere, except the cabinets. Some people might calling me a plantmessie and somedays i'm feeling like the catlady from the simpsons (i'm addicted to plants and not cats ... maybe to catbabys ... and cats on pinterest ... and instagram ... okay also cats, but i don't have time to care of a cat).





Der Winter kann kommen, ich habe letztens noch meinen alten Orientteppich unter dem Bett verstaut und ihn gegen zwei Schaffelle (die ich unter dem Bett hergeholt habe, ertsaunlich was da alles so lag, keine Details :D) ausgetauscht. Mir gefiel das komische beige-braun des Teppichs einfach nicht mehr. Dieses ging nahtlos in die Farbe des Bodens über, den ich auch am liebsten gegen einen weißen, schwarzen oder Estrich austauschen würde, aber noch gehört mir das Haus und diese Wohnung ja nicht. Vorerst reichen also die Schaffelle, die zudem gemütliche Akzente setzen. Immer noch verliebt bin ich in das Foto von Dabito, hoffentlich eröffnet er bald wieder einen Shop mit Fotos. Ich liebe seine Arbeiten, gerade was den Bereich Einrichtung angeht, aber auch die künstlerischen Arbeiten. 
Die grauen Tage können nun kommen, ich bin bestens gewappnet (die Steltonteekanne ist im Dauerbetrieb, während der Teebecher meine Hände wärmt). Für mehr Inspiration schaut doch bei den Urban Jungle Bloggers vorbei!

The winter can come now, i put my old orientcarpet away, i didn't like the color anymore. It's that kind of beige-brown old people here in Germany really like to wear in an all-over-look. And you couldn't differiante it from my floor, which i also don't like. I wish i had a white, black or a concretefloor, but until now i'm not the owner of this flat/house. So i exchanged the carpet with two fleeces on both sides. They comes from under my bed and the carpet is now under my bed, surprising what i found there ... no details. The fleeces fits perfectly to this kind of season. The photo of Dabito on the left side of the bed is one of my favorite artworks and i didn't changed it since i hung it. I adore his work as an artist and an interiorstylist. I hope he opens a shop with photos soon again.
The grey days can come, i'm prepared (the Steltonpot is filled with hot tea all day and i warm my hands with an cup of tea now). For more inspiration of green bedrooms please take a look at the UrbanJungleBloggers page!

Jan




Dienstag, 4. November 2014

Urban Jungle Bloggers October Issue

Hallihallo!

Wieder ein Monat vorbei, nicht das ich den eigentlichen Termin für diesen Post vergessen hätte, aber ich war meist erst abends oder nur früh morgens zuhause und hatte erst dann Zeit Fotos zu machen. Im Dunkeln wird es nicht ganz so gut ;)
Das Thema lautet diesmal plantshelfie, also ein grünes Regal. Zwar habt ihr schon letztes mal mein Bücherregal mit der Efeutute gesehen, womit ich eigentlich unbewusst zwei Themen abgekartet hätte, dennoch liess ich es mir nicht nehmen, diesen Monat auch noch mal aktiv zu werden.

Another month is gone, the time flies. I didn't forget the real date for that posting (you know, i'm more or less two weeks too late), but i didn't find the right time to take photos of my plantshelfie, which is the topic of the month. Style your shelf with some green plants. Obviously i had a plantshelfie in my last urbanjunglebloggers post, but i do want to create a new plantshelfie (thank god, i own enough plants, i even don't know where to put them ... but no, i don't sleep with my green friends ;) )




Hier hängt das Fake-Stringregal aus der Teenagerzeit meines Vaters, auch wenn die Bretter verloren gegangen sind mag ich es gern. Es hängt nun neben meinem Bett und beinhaltet viele kleine Dinge, die sonst keinen Platz finden würden oder aber kleine Erinnerungen an Freunde sind. Grünlilien wie ganz oben auf dem Regal findet ihr in unserem ganzen Haus, die Dinger vermehren sich wie Unkraut, aber immerhin filtern sie die Luft und sehen ja auch gut aus. Die kleine Pflanze in der Blechdose ist eine Eurphorbia Leucorneura, auch Spuckpalme genannt, ebenfalls ein Geschenk meines besten Freundes. Wie ihr auf dem zweiten Bild sehen könnt, ist die Ecke noch sehr viel grüner als das gesamte Regal ;D
Für weitere grüne Regal besucht die Urbanjunglebloggers.

This fake-string-shelf is from my father, he had it as a teenager. Now it hangs beside my bed. I put some treasures and memories on it - and another spider plant (if you want one, contact me, we have too much of them. They growing like weed, but they help to filter the air). The small plant in the tin is an euphorbia leuconeura, which is also a gift from a good friend. Funny fact, on the second picture you can see that the corner is much more greener than the shelf ;D
For more green ideas visit the urbanjunglebloggers.

Happy green home!

Jan

Donnerstag, 25. September 2014

Urban Jungle Bloggers September Issue

Hej hej an alle dort Draussen!

Nach einer Sommerpause ist es wieder Zeit für die Urban Jungle Bloggers! Ich hoffe eure Pflanzen haben den Urlaub und die warmen Temperaturen gut überstanden und sind bereit für die kürzer werdenden Tage.

Das Motto diesen Monat lautet "Back to school - plants on the workplace". Also zurück aus den Sommerferien an die Arbeit. Und wie verschönert man eben diesen? Ich habe immer Pflanzen um mich herum, also ist ein grüner Arbeitsplatz für mich Normalität. Doch gerade bin ich mit meinem Schreibtisch vom Westfenster unter die Dachschräge gezogen, also gibt es für mich keine Fensterbank mehr. Diese vermisse ich schmerzlich, da ich immer ganz viel Platz brauche, wenn es um Recherchen für die Uni geht oder einfach wenn der Schreibtisch zugemüllt ist (abseits der Fotos leider oft die Realität ...).
Also gut, dass dieses Motto zum 1-jährigen Jubiläum dieser grünen Zimmerpflanzenbewegung entstanden ist. Daher will ich euch nicht länger auf die Folter spannen und euch das Ergebnis zeigen:

Hej to all out there!

After a long summerbreak the urban jungle bloggers are back in town! I hope your indoor plants survived your holidays and the hot weather and are prepared for the shorter days.

The theme of the month is called "Back to school - plants on the workplace". So, back from holidays to your normal Work, how could you make work better? I love plants and there are always several around me, a green workspace is so normal for me. But with my desk i moved from the westwindow under the roof. No windowsill anymore! I really miss that, but i also like the fact, that i have more space now. So some plants moved with my homeoffice (even if the desk were to full of things ...)
So it's good that the urban jungle movement turns 1 these days and that Igor and Judith decided to this theme. And now my result:







Ich habe mich dazu entschlossen die Efeutute vom Schrank am Bett zu nehmen und sie auf mein Bücherregal zu stellen, ihre Ranken sind mir einfach zu lang geworden und da die linke Bettseite nun mehr genutzt wird, wollte ich das Stolperpotenzial vermindern. Nach wie vor meine Lieblingspflanze bleibt der Bogenhanf, ich liebe ihn einfach und er dankt mir dies durch zahlreiche Ableger. Neu auf dem Schreibtisch ist eine Tradescantia spathacea oder auch Dreimasterblume genannt. Ihre Artgenossen leben in dem Garten meiner Oma, aber diese Kleine hier ist eine Zimmerpflanze. (Danke an meine Gärtnerei, die keine Namen an ihre Pflanzen klebt, aber ich bin ja ein kleiner Hobbybotaniker ;) ). Sie hat ihren Platz in einem alten Kerzenglas von H&M gefunden. Die kleine Sukkulente ist eine Euphorbia obesa. Dieses afrikanische Wolfsmilchgewächs ist in der Heimat gefährdet, ihr könnt es aber problemlos und sorgenfrei in der Gärtnerei eures Vertrauens kaufen. Im Volksmund wird diese kleine Sukkulente auch Basball-Wolfsmilch genannt, gerade weil ihre runde Form mit den Rippen wie ein Baseball aussieht. Schwierig war es, einen passenden Topf zu finden. Gut, dass ich noch ein altes Weckglas rumfliegen hatte. Zusammen bilden die neuen Pflanzen mit der neuen Bo von HAY ein tolles Trio und werden mich hoffentlich über Lerndepressionen hinwegtrösten!

I've decided to put the Epipremnum away from the bed (the tendril getting tooo long and because the left bedside is used more it's to dangerouse for both, human and plant ;)). The new place is my bookshelf, there she had a great neighbourhood with my Sanseviera. A new member of my green coolection is the Tradescantia spathacea! I love the purple color under the leaves, i put here into an old candlecontainer from H&M. The other small plant is a Euphorbia obesa, better known as Baseball-Euphorbia because of her look. Not so easy to find a good pot, but i think the old weckglasscontainer is a great choice. Anyway, i like the trio; the two plants and my new HAY box. I hope they help me to survive the learning sessions!

Besucht auch Igor und Judith

Don't miss to visit Igor and Judith

Jan

Freitag, 4. Juli 2014

Gespräche über Kunst

Ja ich studiere Kunst, zumindest steht das auf meiner Immatrikulationsbbescheinigung. Doch sind wir mal ganz ehrlich, im Semester belege ich höchstens ein bis zwei Seminare in der Kunst, der Rest ist für Germanistik und den Lehramtsbereich. Schade eigentlich, was könnte man nicht alles für spannende Kursen wählen.
Letztens war ich mit meinem Einführungsseminar in die Performance- und Medienkunst in der Osnabrücker Kunsthalle. Kann es etwas profaneres geben?! Das war der erste Gedanke, den ich gefasst habe. Ich muss gestehen, noch nie die Kunsthalle in Osnabrück vorher besucht zu haben. Genauso wenig habe ich das Felix Nussbaum Haus besucht ... 
Jedenfalls war ein Gespräch mit der neuen Leiterin der Kunsthalle, Julia Draganovic, vereinbart worden. Was performative Kunst sei und blablabla. Ich war sowieso in Osnabrück und da es im Rahmen des Seminar stattfand, bin ich dort hingegangen. 
Ich war erstaunt. Das Konzept der Ausstellung 24/7: die Kunsthalle hatte eine Woche lang rund um die Uhr ihre Pforten geöffnet und so Raum für Künstler, eigentlich jeden, der was ausstellen wollte, geschaffen. An sich ist dies eine große Herausforderung. Was ist, wenn die Kirche (die Kunsthalle war ursprünglich mal ein Kloster) und die dazugehörigen Räume demoliert werden? Wie sieht es mit Eigentum anderer aus, die dort ebenfalls ausstellen? Die Regeln waren, nichts zu zerstören und die Werke der anderen zu respektieren.



"... eine Truppe von Radfahrern stand vor der Tür. Sie wollten rein, konnten ihre Fahrräder aber nicht abstellen. Jedenfalls sind sie mit den Fahrrädern in die Kirche gekommen. Eine andere Künstlerin hat eine Fahrradperformance vollzogen ..."

Die Ausstellung beschränkte sich nicht nur auf ausstellen von Bildern und Skulpturen. Ein Klavier konnte frei bespielt werden, eine Sound-Bewegungsmaschine wurde auf und wieder abgebaut... kurz gesagt gab es zu viele Dinge, die man sehen konnte.




Damit komme ich zu dem eigentlichen Thema zurück, dem Gespräch. Erstaunlicherweise wurde dieses Gespräch ein Diskurs zum Thema Öffentlichkeit. Was ist Öffentlich, was Privat? In Zeiten des Socialsharings, wie es so schön anglisiert heute klingt, verschwimmt die Grenze zusehends. Und ich bin selbst mittendrin, teile jedes schnöde Bild von meinem Frühstück  bis zu einem neuen Ding, nur weil ich die Schönheit, den Moment, mit anderen teilen möchte. Gut, ein gewisser Narzissmus steckt sicherlich auch dahinter, man ist auch stolz auf seine Komposition und freut sich einen Keks wenn die Arbeit in irgendeiner Form wertgeschätzt wird. 
Ist die Öffentlichkeit also der Raum, der für jeden zugänglich ist? Oder bleibt mein Wohnzimmer immer noch privat, obwohl ich in  unzähligen Bildern meinen Couchtisch präsentiere? Die Frage geht noch weiter, wie kann der öffentliche Raum genutzt werden? Ist er frei von allen Konventionen, kann jeder machen was er will - wohl kaum, Gesetze schränken da noch immer die persönliche Freiheit ein, was ja auch gut ist. Ich will nicht, dass mein Fahrrad am Bahnhof komplett zerstört wird oder jemand einen Menschen vor meinen Augen absticht, das passiert, ist aber verboten. Die Öffentlichkeit ist demnach von jedem nutzbar, aber in einem Rahmen, der die Mitmenschen nicht stört oder verletzt. Somit lassen sich auch die Regeln für die Ausstellung ableiten.
Nach Frau Draganovics Ansicht gibt es noch eine weitere Ebene, die freier ist und unkontrollierbar. Die Kommunikation und Sprache, sie verbindet, trennt, fliegt frei im Raum wie eine Schwalbe am lauen Sommerabend. Und sie ist eines, nicht greifbar. Ich finde man sollte sich noch viel mehr Gedanken über diese Ebene machen, deshalb lasse ich mal den "freien" Raum für eure Ideen ...


Bleibt das Private. Demnach ist es - ja - ist es nichts. Wenn schon die die Sprache eine eigene Einheit bildet ... Die Gedanken sind privat und es ist fraglich wie lange noch. Wahrscheinlich sitzen in Kalifornien bei Google und Facebook schon intelligente Menschen und schrauben an dem perfekten Gedankenleser. Bis das auf den Markt kommt, sollten wir unsere Gedanken genießen, Freiräume für uns schaffen, einen Kaffee trinken und das Badezimmer einfach mal dreckig lassen. 

Dienstag, 24. Juni 2014

Kaffee Kaffee Kaffee

Heißgetränke sind schon toll, egal ob es warm ist oder kalt, bei mir stehen sie immer hoch im Kurs. Seit letztem Jahr auch immer mehr Kaffee. Und wenn mich ein Thema sehr interessiert, dann fuchse ich mich so hinein, dass ich tagelang nichts anderes im Kopf habe.

So führte mich meine Kaffeefaszination vorletztes Wochenende nach Berlin, mittlerweile eine gute Stadt für tollen Kaffee. The Barn, Silo Coffee, CK Coffee, Aunt Benny und viele mehr locken mit hervorrangend duftenden, geschmacksintensiven Kaffeevariaten.

"Handfilter oder Aeropress?"
"Einen Flat White bitte!"
"... mit einem fruchtigen Aroma, erinnert an Himbeeren ..."
"Zum hier Trinken oder zum Mitnehmen?"

Definitiv zum hier Trinken und alles bitte gleich doppelt, danke! Das gute an diesen Kaffeebars - ja das kann man schon wirklich sagen, die Zubereitung ist schon fast aufwendiger, als die eines Cocktails - ist ihre Einrichtung. Ich wundere mich immer wieder über diese Zusammenhänge, wenn ich das eine gut finde, überzeugen mich immer mehrere Faktoren. Folgt mir und lasst euch von meine Eindrücken inspirieren:




THE BARN
Schönhauser Alle 8
10119 Berlin
http://barn.bigcartel.com/
Sehr schöne Kaffeerösterei, hat auch einen Ableger in der Auguststraße 58. Neben dem fantastischen Kaffee (und dem koolen Jutebeutel) gibt es lecker Karottenkuchen und ein tolles Industriefeeling. Die Qualität zeigt sich darin, wie gut es immer besucht ist ;) Wer Kaffee von THE BARN probieren will, ich habe auch schon welchen im Hamburger Mutterland erspäht. 
Ich fands so gut, dass ich zweimal herkommen musste und meine Wahl fiel an beiden Tagen auf Kaffee aus der Aero Press. Der erste hieß, soweit mich mein Gedächtnis nicht trügt, La Esperanza Colombia. Während der Zubereitung kann man natürlich dem Barista zuschauen und sich auch einiges für die Zubereitung zuhause abgucken. Ich bin ja immer noch neidisch auf den eingebauten Wasserboiler ... aber der lohnt sich für mich alleine nicht zuhause (und meine Portokasse gibt es auch nicht her ...). Und das Ergebnis? Überwältigend! Wie kann in diesen kleinen braunen Bohnen so viel stecken? Es war, als ob man warmen Fruchtsaft trinken würde - nicht, das ich die Blutorangennote herausgeschmeckt hätte, so einen geschulten Gaumen habe ich leider noch nicht - und als Vergleich erinnere ich mich zu gern an einen Kaffee, denn ich in Düsseldorf trank. Dort erinnerte er mich stark an dunkle Schokolade. Diese Vielseitigkeit fasziniert mich bis jetzt, wo ich mit einem handgebrühten Kaffee vor meinem PC sitze.


FIVE ELEPHANT
Reichenberger Straße 101

10999 Berlin
http://www.fiveelephant.com/

Das Five Elephant ist ebenso wie THE BARN, Industrie-Chic mit Vintage kombiniert, eigens gerösteter Kaffee und hervorragender Cheesecake (hab ich mir von meinem Guide sagen lassen). Hier hatte ich einen Cappuccino. Besonders gut gefallen haben mir die großen alten Schulkarten und die schwarzen Rillentafeln, auf denen das Getränkeangebot steht. 




BONANZA COFFEE HEREOS
Oderberger Straße 35
10435 Berlin
http://www.bonanzacoffee.de/
Die dritte kleine Rösterei im Bunde. Klein trifft es hier wirklich, wenn nicht grade schönes Wetter herrscht, muss man sich um die dutzend Plätze im Café streiten. Ich war früh genug da (habe leider aber das Kaffeecupping verpasst, dazu später mal mehr ...). Das optische Highlight, der Neonschriftzug, hach wie schön. Hier findet ihr eine gute Auswahl an Magazinen, die mit Künstlerklammern an Haken befestigt sind. Man sitzt auf alten Stühlen, welche zu wunderbaren Barhockern umgebaut worden sind und während ich genüsslich meine Flat White trank, in Cereal und Inventory (siehe oben) blätterte, genoss ich den wunderbaren Kaffeeduft.






AUNT BENNY
Oderstraße 7
10247 Berlin
http://auntbenny.com/
Dies ist lediglich ein Café, was es nicht mindert. Die Einrichtung ist, ja wie soll ich sagen, einfach traumhaft. Bitte alles einpacken! Sie bieten ein tolles Frühstück an, also früh genug kommen, es können keine Plätze reserviert werden. Das wussten auch andere Gäste, mit denen ich fast schon vor dem Café campierte, da ich wie immer überpünktlich war. Ich trank einen Cappuccino und ass einen Karottenkuchen (war mein Frühstück am Sonntag und vollkommen ausreichend), auch hier wieder viele schöne Hefte zum durchblättern.



SILO COFFEE
Gabriel-Max-Straße 4
10245 Berlin Friedrichshain
https://www.facebook.com/silocoffee 
Die roten Tassen sind schon schön, nach einem Flohmarktbesuch am Boxhagener Platz ist ein Flat White meine Wahl gewesen. Der Kaffee stammt übrigens von THE BARN, zusätzlich kann man auch handgefilterten Kaffee trinken. (Bemerkung am Rande, das Lieblingscafé von Sandra Juto, wer sie kennt ...). Die Tische sind aus rohem Holz, welches natürlich so behandelt wurde, dass sich keiner einen Span in den Finger holt. Neben Zeitschriften von Coffee Table Mags, der übrigens bei den Hamburger Public Coffee Roasters einen kleinen "Stand" hat, gab es auch in Regalen über den Tischen Bücher. 



CAFÉ CK
Marienburgerstraße 49
10405 Berlin
http://cafeckberlin.com/
Dieser Laden bezieht seinen Kaffee von Five Elephant oder aber von Solber&Hansen, aber ich entschied mich für Cascaratee, der wird aus der Kaffeefrucht gewonnen (ist ja eine Kirsche ne ;) ) Leider überzeugt das Ambiente nicht wirklich, billige IKEA Möbel. Dafür gabs kostenloses WLAN und Strom für mein iPhone, nicht zu vergessen die tollen Lampen aus den Kaffeefilterpapieren.



GODSHOT
Immanuelkirchstraße 32
10405 Berlin
http://godshot.de/
Und zu guter letzt, Godshot. Also Einrichtungstechnisch schon mal 100 Punkte, tolle Vintagemöbel, auf denen der Kaffee gleich doppelt so gut schmeckt! Ich trank einen Flat White und musste dann zum ZOB zurück laufen.

Nebenbei: Witziger Weise spricht man in fast allen Cafés nur Englisch, ich glaube, dass viele der Baristas aus den USA oder dem Ausland kommen. Ein Zeichen dafür, dass die Kultur der dritten Welle noch nicht ganz bei uns angekommen ist ... also schnappt euch einen Handfilter und besorgt euch guten Kaffee!

Das war sie, meine Berlin Kaffeefahrt. Natürlich habe ich auch Berlin gesehen, aber leider habe ich es nicht geschafft Ai Weiweis Austellung "Evidence" zu sehen, Kaffee geht vor! Viele andere Bilder sind acuh auf meinem Instagramkonto gelandet. Pflichtbewusst wie ich nunmal bin, habe ich viele Orte für euch markiert.  Also klickt euch rüber, wenn ich sie noch nicht gesehen habt.

Sonntag, 22. Juni 2014

Zeit

Immer wieder frage ich mich selbst, wo denn meine Zeit hingegangen ist. Futsch, weg, gelöscht, currently not available. Und damit bin ich, wie ich bereits gemerkt habe, nicht der einzige. In meinem ganzen Umfeld hetzen die Leute nur noch von einem Termin zum nächsten.

"Hab grad nur fünf Minuten Zeit"
"Bin auf dem Sprung" 
"Kann ich dir später zurück schreiben?" 
"Tut mir leid, war grad nicht zu erreichen."

Nicht zuletzt bin ich derjenige, welcher diese Phrasen oft genug von sich gibt und dadurch Familie und Freunde vergrault. Ist das noch gesund?!
Natürlich stellt sich auch noch die Frage, wie es generell weitergehen soll. Habe ich - oder besser gesagt haben wir - genug Kapazitäten für diesen Stress? Wann ist der Endpunkt erreicht?



Momente der Ruhe, wenn man einfach mal eben zwischen Regengüssen in den Garten geht, ein bisschen Frauenmantel pflückt und diesen dann in der Lieblingsvase drapiert. Wie ihr seht, hat sich etwas im Flur getan, mehr Stauraum. Damit ist das Kapitel Flur aber noch nicht endgültig abgeschlossen, Fortsetzung folgt ...